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8885 - Kommentar zu Dämonenkiller - (4) - Experimente des Schreckens
Sven-Oliver  22.04.2004 11:20

 Wie in kaum einer anderen DäKi-Folge wird hier auf das berühmte "mad scientist"-Klischee zurückgegriffen,wobei der klassische Irrsinn durch das Motiv des Dämonischen ersetzt und überspielt,aber implizit dadurch aufgewertet wird.Unter Aussparung des Kampfes gegen den schattenhaften Ober-Dämon Elmar Landrop (Das Wachsfigurenkabinett) tritt der Dämonenkiller Dorian Hunter gegen seinen dritten Bruder,den undurchsichtigen Plastik-Chirurgen Dr. Robert Fuller,an.Vor der farbenprächtigen Kulisse der amerikanischen Filmmetropole entbrennt ein grausamer Kampf,bei dem der (durch seine monströsen) Super-Kämpfer allgegenwärtige "Höllen-Arzt" unserem Helden immer einen Schritt voraus zu sein scheint.Interessant,wenngleich nur mäßig amüsant finde ich die Verknüpfung von menschlicher Entartung (diverser HOLLYWOOD-Starlets,die durch Dr. Fullers dämonische Experimente zu Monstern mit übermenschlichen Körperkräften herangewachsen sind),sozialer Dekadenz (s.o.) und medizinisch-ethisch fragwürdiger Experimente,die dieses Hörspiel indirekt fast zu einer sozialkritischen Parabel machen.
Neben den vielen Monstern,den mysteriösen Angriffen aus dem Hinterhalt und den rätselhaften Todesfällen besticht diese Kassette v.a. durch ihre scharfsinnige Prognose einer ethisch und sozial aus den Fugen geratenen Gesellschaft,die am Beispiel der Gen-Therapie und der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie ein Horrorgemälde einer korrupten Gesundheitsindustrie malt,deren Bezug zu ihrer moralischen Basis und ihrer dazu analogen Bedeutung für die Gesellschaft in doppelter Hinsicht nur noch eine Formsache ist.Doch hat Dr. Robert Fuller neben all seinen dämonischen Aktivitäten auch ein paar sympathische Züge vorzuweisen.Dass er seinen Erzrivalen,den Star-Gynäkologen Dr. Hopper,der nicht nur sein einziges Kind,sondern auch seine Ehe mit der aufreizenden Schauspielerin Dorothy Malone auf dem Gewissen hat,aus dem Weg räumt und seine sterblichen Überbleibsel auf medizinisch absolut groteske Art am Leben erhält,spricht nicht zuletzt ein wenig für den Doc.Nicht so sehr dämonische Mordlust,sondern schlichter Hass als vielleicht elementarste Antriebsfeder allen menschlichen Handelns bestimmt das Charakterbild und somit die Vorgehensweise des verbitterten Chirurgen,der seine Ehemalige in einem unbeobachteten Moment entführt,ihr einen Revolver an die Schläfer hält und sie schließlich von einem seiner gefräßigen Monster ermorden lässt!Fuller,der wie ein mordender Schatten durch die dunklen Gänge und unheilgen Räume seiner (Monster-)Klinik schleicht,fordert von jedem,der sein Haus unaufgefordert betritt und somit das Geheimnis seiner Identität erfährt,einen hohen Preis,nämlich seine Seele!Auch Dorian Hunter,der in Begleitung seines Freundes Jeff Morton,eines stinkreichen Hollywood-Produzenten und Playboys,die unheilvollen Räume der (abgelegenen) Klinik betritt,wird in ein tödliches Katz-und Maus-Spiel verwickelt.Und erst als das Ende naht und der teufliche Arzt in bester Frankenstein-Manier von seiner eigenen Schöpfung,einem mehrköpfigen Lebenskollektiv,getötet wird,scheint der Bann,der unseren Helden lähmt und bis zuletzt noch einen eindeutigen Sieg Dr. Fullers verkündet hat,gebrochen,so daß wieder Sonnenlicht in die dunklen Hallen der Klinik dringt und das Gute das Böse besiegen kann.Durch die anrückenden Dämonen-Cops wird dann die Brutstätte End-gültig mit Feuer und Blut (das von Dr. Fuller) vom Keim des Bösen gereinigt,auch wenn das der Spannung SEHR abträglich ist(man könnte dann ja gleich JOHN SINCLAIR lesen).

15610 - Antwort zu Kommentar Nr. 8885
Christopher  03.03.2006 23:43

 Das sogenannte Klischee des "mad scientist" ist für mich sehr reizvoll und spannend. dr.fuller wird als sehr menschlicher charakter dargestellt und letztendes finde ich es bedauerlich, dass er das zeitliche segnet. er wirkt gar nicht dämonisch, sondern viel mehr durch den verlust seines kindes gebrandmarkt.
diese folge besticht durch eine sehr spannende handlung, erstklassige musikalische untermalung der szenen und excellente sprecher.
Als ich Experimente des Schreckens das erste Mal hörte war ich anschliessend geängstigt und gleichsam angesprochen. Nun gut, das war vor ca. 16 Jahren ^^ Ich bin jetzt Anfang 20 *g* und war folglich sehr jung. tatsächlich hatte die folge vor 4-5 jahren nur wneig von ihrem reiz verloren und ist meines erachtens noch atmosphärischer als amok.
und natürlich hat die folge elemente einer "sozialkritischen parabel". ähnliche merkmale findet man in der gruselserie von h.g. francis larry brent aber auch beispielsweise im totenkarussell des Moloch(os).

wer auf grusel, spannung und einmalige monster steht ( das Lebenskollektiv, dessen auftritt durchaus mehr hätte ausgeführt werden können) ist hier genau richtig. wer allerdings splatter action in hörspielen fordert und wenig sinn für subtilen horror hat, hat nichts bei DK 04 verloren. allerdings dann auch nicht bei Larry Brent, Macabros oder dem Magier...